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Das nächtliche Alkoholverkaufsverbot soll fallen?
Das Gesetz zum nächtlichen Verkaufsverbot soll noch in diesem Jahr gekippt werden.Während der Handel über diese Entscheidung jubiliert, bleibt es in der Verantwortung der Kommunen, öffentliche Saufgelage zu verhindern. Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnt bereits vor noch mehr Gewalt.  Auch die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, Landesverband Württemberg e.V. widersprechen dem Denkansatz des Gesetzgebers vehement, wonach durch die Aufhebung des Nachtverkaufsverbots angeblich ‚keine erheblichen Auswirkungen auf soziale Verhältnisse zu erwarten seien‘. „Die Regierung hat lediglich die offensichtlichen Auswirkungen missbräuchlichen Alkoholkonsums im Blick, nicht jedoch die familiären Auswirkungen hinter den Wohnungstüren“, bekundet die Vorsitzende der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, Hildegard Arnold. Sie weist darauf hin, dass ein Wegfall des nächtlichen Verkaufsverbots von Alkohol nicht nur das destruktive Verhalten missbräuchlich und krankhaft Alkohol konsumierender Menschen begünstige, sondern in hohem Maße auch die Lebenssituation unzähliger Familien verschärfe. Insbesondere betreffe dies Kinder, die in diesen Familien leben und alkoholbedingten Eskapaden ausgesetzt seien, ohne dass eine politische Lobby für ihren Schutz eintrete.

 

Für den Geschäftsführer der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, Rainer Breuninger, sind vor allem suchtkranke Menschen vom Verkaufsverbot betroffen. „Deren suchtspezifisches Verhalten ist es, ihre Alkoholvorräte gerade bei Nacht aufzufüllen: Durch das Wechseln der Tankstellen und anderer Einkaufsmöglichkeiten wollen sie eine soziale Auffälligkeit vermeiden und jeglicher Intervention durch ihre Umwelt entgehen.“

 

Hildegard Arnold verweist auf die hohe Dunkelziffer der Betroffenen hinter den Kulissen: „Es sind angehörige Partner, Eltern und Kinder, die den alkoholbedingten Ausfällen in Form von psychischer und körperlicher Gewalt sowie Sachbeschädigungen hilflos ausgeliefert sind.“ Gesunde Bürger benötigten keine nächtlichen Einkaufsmöglichkeiten, denn sie seien in der Lage, ihr Trinkverhalten zu steuern und Einkäufe zu normalen Geschäftszeiten zu tätigen. Und wenn der Vorrat bei einem gemütlichen Abend trotzdem mal ausgehen sollte – wo ist das Problem? „Die Einschränkung der nächtlichen Verfügbarkeit von Alkoholika ist eine wirksame Schadensbegrenzung sowohl für die Kommunen wie auch für Familien von missbräuchlich und abhängig konsumierenden Menschen“, betont die Vorsitzende und fordert: „Die Landesregierung muss nicht nur für eine florierende Wirtschaft sorgen, sie hat auch eine Fürsorgepflicht für die Schwachen der Gesellschaft.“

 

 

 



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