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Zum Frühstück drei Jägermeister an der Tanke
Zum Frühstück drei Jägermeister an der Tanke
Spiegeltrinker sind phantastische Schauspieler

Im Grunde genommen war es das ganz normale Programm: Erst Frusttrinken in der Kampfkompanie der Bundeswehr. Später ein paar Gläser nach dem Kirchenchor, dem Fußball und an Fasching. Plötzlich konnte Hermann Schaich nach dem zweiten Glas nicht mehr aufhören.

„Der Übergang ist fließend und kaum zu kontrollieren“ sagt Hermann Schaich heute. Er weiß: „Ich habe nicht auffällig mehr getrunken als andere. Aber vielleicht bin ich sensibler. Auf einmal konnte ich jedenfalls nicht mehr aufhören“. Ein ganzes Jahr dauerte es, bis er realisierte, dass er beim Alkoholkonsum bereits die Kontrolle verloren hatte. Erst dann entschied sich Hermann Schaich für eine Therapie. Bis dahin trank er zu Hause und auf Festen nur sehr wenig. Seine Familie sollte nichts merken. Das morgendliche Zittern nach dem Aufstehen konnte er gerade noch verbergen. Sein erster Gang am Morgen: Die Tankstelle und der Griff nach Hochprozentigem. Nach dem ersten Jägermeister kam erst mal alles aus dem Magen. Aber hier konnte er schon vor Dienstbeginn dafür sorgen, dass der notwendige Alkoholspiegel erreicht war. Dann ging’s mit Proviant zur Arbeit. Hermann Schaich ist Bankkaufmann. „Ich habe meine Sucht so gut verdeckt, dass es keiner bemerkte. Nicht mal mein bester Kumpel.“ Warum man so gut Theater spielt? „Ich wollte es nicht wahr haben und dachte, ich schaffe es alleine“, bekundet er. „Ich habe eine intakte Familie, eine tolle Frau, gesunde Kinder, ein Haus gebaut und einen guten Job. Warum sollte ich das nicht schaffen?“
Hermann Schaichs Trinkerkarriere dauerte von seinem 16. bis zum 38. Lebensjahr.

Dann wunderte sich sein Chef über mangelhafte Leistungen, trotz Schaichs hervorragender Fachkenntnisse und einem persönlichen Gespräch über Sucht. Betriebliche Auflage: Aufsuchen einer Beratungsstelle als ersten Schritt in ein suchtmittelfreies Leben. Über die Suchtberatungsstelle entstand der Kontakt zu den Freundeskreisen für Suchtkrankenhilfe: „Diese Menschen haben mir durch eigene Erfahrung schnell den Zahn gezogen und mich trotzdem als Mensch so angenommen, wie ich bin“ erinnert sich Hermann Schaich. Dass ihn seine Frau nach seinem Geständnis so hervorragend unterstützt hat, empfindet er heute als großes Glück. „Sie wollte es nicht glauben, denn ich war nie auffällig. Irgendwie habe ich aber immer meinen Pegel gebraucht“.
Einer vierwöchigen Entgiftung folgte eine Langzeittherapie. Hermann Schaich blieb außerdem bei den Freundeskreisen – bis heute. „Das hat mir sehr geholfen“.
Nach dreijähriger Abstinenz machte Hermann Schaich eine Ausbildung in der Suchtkrankenhilfe und begleitet seit mittlerweile 13 Jahren Kollegen mit Alkoholproblemen, Essstörungen und auch Arbeitssucht in ein suchtmittelfreies Leben.

 

 



Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe Landesverband Württemberg e.V. • Hindenburgstr. 19 a • 89150 Laichingen • Tel. 07333 – 3778 • Fax 07333 – 21626 • E-Mail